Einweg oder Mehrweg? 4 Argumente für Einweg in der Gastro

Seit Jahren wird in der Politik heiß diskutiert, ob es eine Mehrwegpflicht in Gastronomie und Hotellerie geben sollte. In dieser Diskussion kommt Einweg vor allem oft in Verruf und das auch zurecht. Die Mengen an Plastikmüll, die aktuell weltweit produziert werden, sind kaum noch abzuschätzen. Auch innerhalb der Gastronomiebranche sind viele sich uneinig, was aus Betriebssicht am sinnvollsten und gleichzeitig umweltfreundlich ist: Mehrweg oder Einweg?

Noch gibt es an dieser Stelle keine klaren Vorschriften oder Verordnungen, aber vieles spricht für Mehrweg. Augenscheinlich niedrigere Kosten für die Betriebe und weniger Müll locken die Gastronomie. Dass das allerdings praktisch oft nicht der Fall ist, wird selten angesprochen. Wir haben euch vier Argumente für Einweg in der Gastronomie zusammengetragen- solange nachhaltiges Einweggeschirr verwendet wird.


Mehrweg und Hygiene: wie sauber ist das Konzept wirklich?

Wir befinden uns immer noch in der zweiten Welle der Covid-19 Pandemie, in einem Lockdown und die Gastronomie war seit Monaten nicht mehr geöffnet. Hygiene ist aktuell eine der wichtigsten Sachen, die uns durch diese Zeit bringen. Wie sieht es also hinsichtlich Hygiene bei Mehrweg Konzepten aus?

Natürlich kommt das auf das Mehrweg Konzept selbst an, aber grundlegend kann man dabei skeptisch sein. Egal, ob Leute ihre eigenen Behälter von Zuhause mitbringen, die dann befüllt werden, oder ob ein Mehrwegpfandsystem ausgearbeitet wurde, Hygiene kommt oft zu kurz. Als Betrieb kann man sich nie sicher sein, wie genau die mitgebrachten Behälter gereinigt wurden. Auch da kann diskutiert werden, wie vertretbar das zu Zeiten von Covid-19 ist.

Gegenüber Mehrweg hat nachhaltiges Einweggeschirr wie unsere essbaren Teller deutliche Nachteile. Sie können einfach aufgegessen werden oder sind innerhalb kurzer Zeit kompostierbar, zersetzen sich also selbst. Damit wird die Umwelt geschont, Reststoffe verwertet und um Hygiene muss sich keine Gedanken gemacht werden, weder von Kunden und Kundinnen noch von Gastronomiebetrieben.


Mehrweg und Zeit: wie effizient sind Mehrweg Konzepte?

Ein tragender Faktor hinsichtlich Hygiene ist schlichtweg die Zeit, die Mehrweg Konzepte die Gastronomiebetriebe kosten. Besonders kleinere Betriebe, die nicht die größten Spülmaschinen besitzen, haben an einem vollen Tag keine Zeit, auch noch viele Mehrwegbehälter ab zu spülen. Auch in größeren Betrieben nehmen die sperrigen Behälter viel Platz in den Maschinen weg und müssen oft zu anderen Temperaturen und Zeiten gespült werden als Gläser oder Teller. Per Hand ist auch keine Option, da das viel zu zeitaufwändig ist.

Auch hier hat Einweggeschirr gegenüber Mehrweg einen klaren Vorteil, denn es spart Zeit und benötigt keine langen Reinigungszeiten. Gleichzeitig muss dabei wenig beachtet werden, ist also an einem stressigen Gastro Tag (und wenn wir ehrlich sind, sind das die meisten) die optimale Option für Gastronomiebetriebe.


Einweg: preiswert und praktisch für die Gastronomie

Hygiene und Zeit sind natürlich wichtige Faktoren bei der Entscheidung zwischen Einweg und Mehrweg Geschirr für Gastronomiebetriebe. Allerdings gibt es noch einen Faktor, der entscheidend ist, der bis jetzt noch nicht angesprochen wurde: der Preis. In der Gastronomie ist es wie in vielen anderen Branchen auch: sie würden gern nachhaltiger werden, haben aber wenig Geld dafür zur Verfügung. Auch dabei scheint Einweggeschirr es der Gastronomie einfacher zu machen.

Anfänglich muss ziemlich viel Geld in die Hand genommen werden um einen Vorrat an Mehrweg Essensbehältern oder Becher aufzubauen. Gerade aktuell ist das den meisten Gastronomiebetrieben finanziell einfach nicht möglich.

Die Umstellung auf nachhaltiges Einweggeschirr hingegen ist erschwinglich und kann durch erste kleinere Bestellungen am einfachsten getestet werden. Natürlich gibt es dabei auch Preis- und Qualitätsunterschiede, grundlegend lässt sich allerdings sagen, dass sich auch die kleinere Investition in Zero Waste Einweggeschirr zu jedem Zeitpunkt lohnt. Es ist ein preislich attraktiver Weg, der sowohl den Betrieben als auch der Kundschaft ein Minimum an verändertem Verhalten mit maximaler Wirkung für die Umwelt verspricht.

 

Essbare Trinkhalme - Ø 6 mm - 22,5 cm lang (Schwarze Strohhalme)


Einweg: zuverlässig und Zero Waste in der Gastro

Das stärkste Argument haben wir uns jedoch für das Ende aufgehoben: die Zuverlässigkeit von Einweggeschirr im Gegensatz zu Mehrweg Konzepten. Je nachdem, wie das Konzept genau funktioniert, müssen die Mehrwegbehälter von der Kundschaft zurückgebracht werden. Dafür werden oft komplizierte Pfandsysteme ausgearbeitet, damit das auch wirklich passiert. Trotzdem verschwinden viele Behälter in der Versenkung oder finden ihren Weg nie wieder zurück zum Gastronomiebetrieb. Die Hauptverantwortung für die Nachhaltigkeit liegt dabei auf der Kundschaft anstelle dem Betrieb selbst. Auf Dauer scheint das ineffizient und verkomplizierend anstelle von vereinfachend. Auch so richtig nachhaltig ist das nicht, denn es müssen immer wieder neue Kunststoffbehälter nachgekauft werden, die einen hohen ökologischen Fußabdruck haben.

Außerdem ist das Hauptargument gegen Einweggeschirr der entstehende Müll, der mit Mehrweg Konzepten vermieden werden soll. Mit dem richtigen nachhaltigen Geschirr kommt es allerdings gar nicht zu Müll. Unsere essbares, nachhaltiges Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen und Reststoffen ist da das perfekte Beispiel. Das Geschirr kann nach Verzehr einfach aufgegessen oder kompostiert werden und entspricht damit allen Zero Waste Kriterien. Gleichzeitig nutzen sich Mehrwegbehälter schnell ab oder können regelmäßig beschädigt bei Gastronomiebetrieben abgegeben werden. Was ist also die Langzeitlösung für all die Kunststoff-, Glas- oder Metallbehälter, die dabei als Müll anfallen? Die meisten davon müssen unter hohem Energieaufwand maschinell recycled oder verbrannt werden. Auf die lange Sicht ist das auch (noch) keine wirklich nachhaltige Lösung.


EU Einweg Plastik Verbot ab Juli 2021

Wir brauchen schnell nachhaltige Lösungen. Nicht nur um unsere Umwelt zu entlasten, sondern weil ab dem 03. Juli 2021 das EU-weite Einweg Plastik Verbot in Kraft treten wird. Somit muss die Gastronomie in Europa sich schnelle und effektive Lösungen überlegen. Nachhaltiges Einweggeschirr wie unseren scheint dabei aktuell die sinnvollste und preislich attraktivste Option darzustellen. Für weitere Infos zum EU Einweg Plastik Verbot könnt ihr auch gern unseren Artikel zu dem Thema lesen.

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