DIY - Nachhaltige Kerzen selber machen

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DIY - Nachhaltige Kerzen selber machen

DIY - Nachhaltige Kerzen selber machen

Du legst Wert auf Nachhaltigkeit auch in Deinem Haushalt? Hast Du Dir dann schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie umweltfreundlich die Kerzen sind, die Du in der Adventszeit abbrennst? Die meisten im Handel erhältlichen Kerzen werden aus Palmöl, Paraffin und Bienenwachs hergestellt. Paraffin entsteht bei der Schmierölproduktion. Die Klimabilanz von Erdölprodukten ist grundsätzlich immer negativ. Auch die beliebten Teelichter sind nicht umweltfreundlich, denn der Napf aus Aluminium produziert unnötig Müll. Möchtest Du die Umwelt schonen, musst Du dennoch auf das gemütliche Kerzenlicht nicht verzichten. Die Lösung sind DIY Kerzen, die Du Dir mit nur wenig Aufwand selbst zu Hause herstellen kannst.



Woraus bestehen die im Handel erhältlichen Kerzen?

Die Kerzen, die Du im Handel erwerben kannst, bestehen zu 75 Prozent aus Paraffin. Paraffin ist ein Produkt aus dem "Klimakiller" Erdöl und sind langfristig gesehen schädlich für die Umwelt. Doch auch die Kerzen, die aus Palmöl hergestellt werden, schaden der Umwelt. Palmöl wird auch als Stearin bezeichnet. Zwar wird Stearin aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und ist biologisch abbaubar. Das Problem aber: Für Palmöl werden riesige Plantagen benötigt, für die wiederum große Teile des tropischen Regenwaldes abgeholzt werden. Stearinkerzen haben aber im Vergleich zu Paraffinkerzen den Vorteil, dass sie länger brennen und deutlich weniger rußen. Dennoch sind auch diese Kerzen nicht zu empfehlen, wenn Du einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten möchtest. Biokerzen sind eine sinnvolle Alternative, denn für ihre Produktion werden ausschließlich Fette und Öle aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet.

Die meisten im Geschäft erhältlichen Kerzen werden aus Paraffin gefertigt. Dieser Rohstoff hat nicht nur eine negative Umweltbilanz. Auch kann er auf Dauer sogar Deine Gesundheit schädigen. Bei der Verbrennung von Paraffinkerzen werden zahlreiche gesundheitsbedenkliche Stoffe freigesetzt, unter anderem Alkane, Alkene, Ketone, Toluol und Benzol. In einigen Kerzen ist sogar Blei enthalten. Dieser Zusatzstoff soll dafür sorgen, dass die Kerzen länger brennen und der Docht stabilisiert wird. Laut einem Test der Stiftung Warentest ist in einigen Kerzen sogar Nickel enthalten. Nickel und Blei sind zwei gesundheitsgefährdende Stoffe. Obwohl die Konzentration in den Kerzen verschwindend gering und für gesunde Menschen nicht gefährlich ist, sind nachhaltige Kerzen definitiv die bessere Wahl.

Wie aber werden Kerzen überhaupt hergestellt? Das Herstellungsverfahren entscheidet maßgeblich darüber, wie hochwertig die Kerze und wie lange deren Brenndauer ist. Günstige Kerzen werden meist im sogenannten Pulverpressverfahren hergestellt. Paraffingranulat wird dann mit einem Docht verpresst. Beim sogenannten Gießverfahren wird hingegen das Wachs, also Stearin oder Bienenwachs, zunächst erwärmt und anschließend in die gewünschte Form gebracht. Diese gegossenen Kerzen sind schwerer und brennen länger. Das älteste Verfahren für die Kerzenherstellung ist das Kerzenziehen. Bei diesem Verfahren wird der Docht durch ein flüssiges Wachsbad gezogen, bis die gewünschte Dicke entsteht. Das ist also ein recht aufwändiges und teures Verfahren. Der Vorteil aber ist, dass die Kerze sehr lange und gleichmäßig brennt. Achte beim Kauf Deiner Kerzen also immer darauf, wie schwer sie ist, denn das sagt viel über deren Hochwertigkeit aus. Möchtest Du beim Kerzenkauf sichergehen, dass es sich um hochwertige Modelle handelt, achte weiterhin auf das RAL-Gütezeichen. Kerzen, die mit diesem Gütezeichen ausgestattet sind, tropfen nicht und sind ruß- und raucharm. Zudem enthalten sie streng kontrollierte Rohstoffe und sollten daher Deine erste Wahl sein. Der etwas höhere Preis für hochwertige Kerzen rechnet sich also gleich doppelt: Die gute Brennqualität und die rußfreie Flamme sorgen für ein nachhaltiges Kerzenvergnügen.


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Wie kann ich Kerzen selbst herstellen?

Nachhaltige Kerzen selber machen ist viel einfacher als Du denkst. Solche ökologische Kerzen eignen sich auch hervorragend als Geschenkidee. Besorg Dir zunächst einmal alles erforderliche Zubehör. Besonders schnell sind Orangenkerzen hergestellt. Sie verströmen einen herrlichen Duft; zudem hast Du sicher alle erforderlichen Zutaten zu Hause. Schneide zunächst die Orange in zwei Hälften und höhle vorsichtig das Fruchtfleisch aus. Den Mittelstrunk solltest Du dabei stehen lassen, denn er dient später als Docht. Gieße nun das Pflanzenöl (geschmolzenes Bienenwachs geht ebenso) in die Orangen. Achte darauf, dass der Mittelstrunk noch mindestens einen Zentimeter heraussteht. Zum Abbrennen setze die Orangenkerze am besten auf einen Untersetzer, da die Orangenschale sicher etwas von dem Öl durchlässt.

Eine weitere beliebte Do it yourself Kerze ist die Wabenkerze. Du benötigst zur Herstellung Bienenwabenplatten und einen Docht aus Baumwolle sowie etwas Bienenwachs. Tauche den Docht zunächst in das flüssige Bienenwachs und leg ihn zum Trocknen beiseite. Nun schneidest Du Docht und Wabenplatte in die gewünschte Größe. Die Wabenplatte wird nun Millimeter für Millimeter um den Docht herum gewickelt. Die fertige Platte kannst Du nun noch einmal in flüssiges Bienenwachs tauchen. Dadurch wird die markante Wabenstruktur etwas gemildert.

Ebenfalls einen schönen Duft verbreitet die Kokos Öl Kerze. Zur Herstellung benötigst Du jeweils die gleiche Menge an Bienenwachs und Kokosöl. Such Dir auch ein schönes Gefäß aus, in das Deine Kerze kommen soll. Erwärme nun zunächst das Bienenwachs vorsichtig. Schneide nun den Docht in die gewünschte Länge; er sollte etwas länger als Dein Gefäß sein. Tauche den Öl Kerze Docht in das erwärmte Wachs und leg ihn zum Trocknen auf ein Stück Zeitung. Nun erwärmst Du auch das Kokosöl und mischst es vorsichtig mit dem Bienenwachs. Diese Mischung füllst Du nun in Dein Gefäß, bis der Boden gut bedeckt ist. Stelle nun den Docht hinein und fülle die restliche Mischung auf. Der Docht sollte oben etwa zwei Zentimeter herausschauen. Die fertige Kerze musst Du dann mindestens einen Tag lang trocknen lassen.

Zu guter Letzt sollte die Ölkerze nicht unerwähnt bleiben. Du benötigst Schwimmdochte mit einem Korkschwimmer, ein Glasgefäß und gewöhnliches Pflanzenöl. Sonnenblumen- oder Olivenöl eignen sich besonders gut. Fülle zunächst das Öl in Dein Glas und setze den Schwimdocht mit dem Korkschwimmer vorsichtig auf das Öl. Schon ist Deine selbstgemachte Bio Kerze fertig; einfacher geht es wirklich nicht. Damit Deine Kerze nicht nur schön aussieht, sondern auch angenehm duftet, kannst Du diverse Gewürze oder Blüten mit in das Öl geben. Pflanzenöl hat den Vorteil, dass es rückstandsfrei und ohne Rußbildung verbrennt.

Natürlich kannst Du auch nachhaltige Kerzen kaufen. Hier musst Du allerdings wachsam sein. Nicht überall, wo Bio Kerzen draufsteht, sind auch tatsächlich nachhaltige Kerzen drin. Bio Kerzen werden aus Bienenwachs, Raps oder Sojawachs hergestellt. Bienenwachskerzen sind zwar die teuerste Variante, überzeugen aber mit einem angenehmen Duft, der den ganzen Raum erfüllt. Auch Kerzen aus Sojawachs sind teurer als zum Beispiel Kerzen aus Paraffin. Diese oft handgegossenen Modelle eignen sich aber hervorragend zum Verschenken. Immer noch eher ein Nischenprodukt sind aus Rapsöl gefertigte Kerzen. Auch diese Variante ist eher kostenintensiv, aber sehr nachhaltig. Eine weitere sinnvolle Alternative: Wenn Du mehrere bereits genutzte Kerzen zu Hause hast, wirf die Stumpen nicht weg. Sie eignen sich hervorragend dazu, Kerzen selbst zu gießen. Du bevorzugst Teelichter? Dann entscheide Dich am besten für Teelichtgläser, die Du mit hüllenlosen Teelichtern füllen kannst. Solche Öko-Teelichter haben den wesentlichen Vorteil, dass sie komplett ohne Aluminium auskommen.



Herbsttrend: Kerzen drehen DIY

Du möchtest Dir Deine eigene stimmungsvolle Winterdekoration basteln? Dann kannst Du Dir Kerzen leicht selber drehen. Nutze dafür am besten Bienenwachskerzen, denn mit diesen ökologisch wertvollen Kerzen funktioniert das Kerzen drehen am besten. Ihr benötigt folgende Zutaten:

  • Kerzen nach Wahl
  • eine hohe Vase oder einen Krug
  • ein Nudelholz
  • etwas heißes Wasser
  • ein Stück Backpapier


Gib zunächst das warme Wasser in die Vase oder den Krug und stelle die Kerze kopfüber hinein. Nun wartest Du etwa zehn Minuten ab, bis die Kerze weich geworden ist. Das Wasser darf aber auch nicht kochen, denn dann würden die Kerzen schmelzen. Ist die Kerze weich, nimm Dein Nudelholz und rolle sie aus. Nimm nun die ausgerollte Kerze in beide Hände und drehe sie auf, so dass ein Swirl einsteht. Wie oft und wie stark Du die Kerze drehst, bleibt Deinen eigenen Vorlieben überlassen. Nun musst Du die Kerzen nur noch auskühlen lassen und kannst sie dann als eine stimmungsvolle Dekoration verwenden.

Möchtest Du weder Kerzen drehen noch auf andere Art und Weise selbst herstellen und auch keine im Handel erhältlichen Kerzen aufstellen? Dann gibt es noch eine lohnenswerte Alternative: Energiesparende LED-Kerzen werden immer beliebter. Sie kannst Du meist mit einer Fernbedienung regeln. Bei einigen Modellen kannst Du sogar einen Timer aktivieren. Dann gehen die Kerzen jeden Tag zur selben Uhrzeit an. Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Im Gegensatz zu allen Kerzen sind die LED-Kerzen absolut sicher. Du kannst sie auch mal einige Minuten unbeaufsichtigt lassen und musst keine Angst vor einem Brand haben. Der Nachteil: Echtes Kerzenlicht wird mit den LED-Kerzen zwar imitiert, dieselbe gemütliche Atmosphäre wie bei echtem Feuer wird aber meist nicht erreicht.

 



Häufige Fragen und Antworten

Wie viele Kerzen werden in Deutschland abgebrannt?
Laut ECA, dem europäischen Kerzenverband, liegt Deutschland beim Kerzenverbrauch eher im Mittelfeld. Durchschnittlich 2,2 Kilogramm Kerzen brennt jeder Deutsche im Jahr ab; den größten Teil davon natürlich in der Advents- und Vorweihnachtszeit. Absoluter Spitzenreiter im Kerzenverbrauch sind die skandinavischen Länder, denn hier sind die Tage besonders kurz.

Woraus werden Kerzen hergestellt?
Etwa drei Viertel aller in Deutschland produzierten Kerzen werden aus Paraffin hergestellt. Stearin, das aus pflanzlichen und tierischen Fetten hergestellt wird, ist ebenfalls ein beliebter Rohstoff für Kerzen. Suchst Du einen der natürlichsten Stoffe zur Herstellung von Kerzen, solltest Du Dich für Bienenwachs entscheiden. Diese Kerzen sind allerdings auch die teuersten.

Welche Alternativen zu herkömmlichen Kerzen gibt es?
Die Ölkerze und die Kokosölkerze sind nur zwei beliebte Alternativen zu herkömmlichen Kerzen. Auch die Orangenkerze und die Wabenkerze sind beliebt und leicht selbst herzustellen. Du benötigst nur wenig Material; vieles davon hast Du vielleicht sogar zu Hause. Auch musst Du handwerklich nicht geschickt sein, denn das eigene Herstellen von Kerzen ist binnen weniger Minuten erledigt.

Welche Kerzen brennen am besten?
Wie lange eine Kerze brennt, hängt sowohl vom verwendeten Material als auch vom Herstellungsverfahren ab. Stearinkerzen sind dafür bekannt, besonders lange zu brennen. Zudem rußen und tropfen sie nicht und zählen daher zu den beliebtesten Kerzenarten. Auch Kerzen aus Bienenwachs haben eine verhältnismäßig lange Brenndauer. Merken kannst Du Dir: Je schwerer eine Kerze ist, desto hochwertiger ist das verwendete Material und desto länger auch die Brenndauer.

Welches Wachs ist am besten für Kerzen?
Die erste Wahl für Deine DIY Kerzen sollte auf jeden Fall Bienenwachs, am besten aus einer Bioimkerei sein. Bienenwachskerzen erkennst Du gut an ihrer charakteristischen Wabenstruktur und der schönen goldgelben Farbe. Klassische Bienenkerzen haben allerdings einen Marktanteil von gerade einmal 0,5 Prozent, sind im Handel also nicht einfach zu bekommen.

Fazit: Wie Du siehst, musst Du auf den gemütlichen Kerzenschein in der Adventszeit nicht verzichten. Du kannst Dir Deine nachhaltigen Kerzen prima selbst herstellen oder entscheidest Dich ganz einfach für hochwertige ökologische Modelle. Egal ob Du Dich für hochwertige gekaufte Biokerzen oder für das selbstgefertigte Modell entscheidest: Mit dem Kerzenschein wird die dunkle Jahreszeit gleich viel gemütlicher. Grund genug also, seine Wohnung mit möglichst vielen der Kerzen zu dekorieren.



Quellen:

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