Wissenswertes über Pergament

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Wissenswertes über Pergament

Wissenswertes rund um das Material Pergament

Pergament ist ein kostbares Produkt, das im alten Orient entwickelt wurde zum Zweck des Beschreibens. Es wird heute nur noch für besondere beziehungsweise spezielle Anlässe hergestellt und verwendet. Darüber hinaus findet häufig eine Verwechslung beziehungsweise Gleichsetzung mit dem Begriff Pergamentpapier statt. Bei beiden handelt es sich um vollkommen unterschiedliche Materialien und Erzeugnisse, die außerdem auf verschiedene Art und Weise verwendet werden.


Definition Pergament und Pergamentpapier

Das ursprüngliche echte Pergament-Material wurde in der Antike und im Verlauf des Mittelalters aus der Haut von Tieren unterschiedlicher Gattungen gewonnen, um darauf zu schreiben. In der heutigen Zeit wird der Begriff jedoch synonym für das Pergamentpapier verwendet. Dabei handelt es sich um ein aus Zellulose gewonnenes Papier, das chemisch behandelt wurde, damit es keine Flüssigkeiten und auch kein Fett durchlässt. Pergamentpapier wird beispielsweise gerne verwendet, um Speisen darin zu verpacken. Auch Backpapier zählt zu den Pergamentpapieren.


Historischer Kontext

Das Pergament-Material gilt als eine der ersten Varianten von Papier überhaupt. Bereits Jahrhunderte vor Christus wurde Tierhäute für Beschriftungen verwendet. Zu diesem Zweck musste die äußere Schicht der Haut gereinigt werden. Frei von Haaren und Geweberesten und unter Zuhilfenahme von reinigenden Hilfsmitteln, die aus Pflanzen gewonnen wurden, entstand ein Produkt, das vielen Verwendungszwecken diente. Neben einem wichtigen Material im Alltag zur Nutzung für Schuhe und Gürtel ließ sich die glatte Seite der Tierhaut nutzen, um darauf zu schreiben.

Die Pergament-Bezeichnung bezieht sich dabei noch nicht auf die Tierhaut selbst. Der Begriff verdankt sich vielmehr einer Abwandlung des Namens Pergamon, einer antiken Stadt im alten Griechenland, die mittlerweile als Bergama in der heutigen Türkei bekannt ist. Die Menschen aus Pergamon entwickelten ein Verfahren, um aus den rauen und eher grob strukturierten Tierhäuten feines Pergamentmaterial zu produzieren.

Dies Entwicklung und die damit verbundene Verfeinerung von Tierhäuten zu einer Pergamenthaut wurde zunächst aus der Not heraus geboren. Der Ursprung bestand in den lange schwelenden Auseinandersetzungen zwischen Pergamon und der ägyptischen Stadt Alexandria. Es kam in dessen Folge zu einem Handelsembargo auf Papyrus, dem wertvollsten Schreibmaterial im alten Ägypten. Alternativen wurden erforderlich, die in Form der Verfeinerung von dünnen Tierhäuten entstanden, dem Pergament.


Pergament-Einsatz im Mittelalter

Schriftrollen und auch Bücher waren die häufigste Nutzung von Pergamenthäuten. Während des Mittelalters waren überwiegend Mönche und auch Nonnen des Lesens mächtig. Demnach galten Klöster lange Zeit als Hauptabnehmer für Pergamentzuschnitte. Zahlreiche Klöster unterhielten eigene Ländereien, auf denen Schafherden standen, die für die Herstellung von Pergamenthäuten benötigt wurden.

Im weiteren Verlauf bis hin zur Neuzeit gab es zunehmend mehr Menschen, die das Lesen lernten. Die Entwicklung von Papier wurde deutlich vorangetrieben, weil es weitaus günstiger und auch einfacher in der Herstellung war.


Papyrus als Pergament-Vorläufer

Vor der Entwicklung von Pergamenthaut war das wertvolle Papyrus als Schreibmaterial bekannt und geschätzt. Es wurde aus den Bestandteilen der Papyrus-Sumpfpflanze hergestellt. Das Trocknungsverfahren war zeitintensiv und demnach teuer und erbrachte in Verbindung mit einem Pflanzensaft, der als Bindemittel diente, das erste Produkt, das an Papier erinnert. Die heutige Bezeichnung Papier ist entsprechend dem Begriff Papyrus entlehnt.

Papyrus galt ebenso wie auch die Pergamenthaut nicht nur in der Antike, sondern bis weit ins Mittelalter hinein als wichtigster und allgemein üblicher sogenannter Beschreibstoff. Erst im Zeitraum des 14. Jahrhunderts löste das mittlerweile entwickelte Papier diese Materialien ab und hielt Einzug auch in die europäische Welt.

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Heutige Verwendung von Pergament

In der heutigen Zeit lässt sich echte Pergamenthaut immer noch käuflich erwerben, allerdings wird es vergleichsweise selten hergestellt und meist nur für besondere Anlässe, Produkte oder zu Dekorationszwecken verwendet. Die Tierhäute, die dabei zum Einsatz kommen, sind in der Regel von Schaf oder Ziege, gelegentlich auch vom Damhirsch. Im Gegensatz zu regulärem Papier wird Pergamenthaut in einzelnen Blättern unterschiedlicher Größe verkauft und ist üblicherweise von hoher Qualität.

Eine beliebte Pergament-Verwendung ist beispielsweise als Untergrund für Zeichnungen, Aquarelle oder auch Urkunden. Die Häute werden dabei so gefertigt, dass sie sich als Untergrund für die unterschiedlichsten Materialien zum Beschriften eignen.

Eine weitere häufige Pergament-Nutzung ist der Trommelbau. Das Material eignet sich hervorragend zum Bespannen von Trommeln. Für die Verwendung als Trommelleder wird meist die Größe des Instrumentes genannt, um den Größenbedarf für das Trommel-Pergament einschätzen zu können.


FAQ

Wie haltbar ist Pergament?
Pergamenthaut zählt zu den stabilsten Materialien überhaupt. Kein heutiges Papier kann da mithalten. Es ist reißfest, stabil und kann Jahrtausende überdauern. Entsprechend kostspielig ist die Herstellung, sodass es sich als dauerhaftes Beschriftungsmaterial in der Neuzeit nicht durchgesetzt hat.

Gibt es Unterschiede bei den Pergamenthäuten?
Experten sehen deutliche Unterschiede in der Oberflächenstruktur. Die feinste Qualität der Häute findet sich in der Regel bei neugeborenen Tieren, hier vor allem bei Ziegen und Lämmern. Die Haut von Schafen wird als besondern papierartig bezeichnet.

Was sind die speziellen Vorteile und Nachteile beim Pergament?
Die Vorteile sind die enorme Haltbarkeit. Als wesentliche Nachteile gelten der hohe Aufwand in der Herstellung und die damit verbundenen hohen Kosten. Auch der Schutz der Tiere ist ein wichtiges Thema, da die tierfreien Herstellungsmöglichkeiten von Papier eine Berücksichtigung des Tierwohls möglich gemacht haben.

Ist Backpapier vergleichbar mit Pergamentpapier?
Im Prinzip lassen sich beide Papiere vergleichen. Beide sind aus Zellstoff hergestellt, beschichtet und nicht haftend. In der Literatur werden die Begriffe meist synonym verwendet. Die Bezeichnung Backpapier weist lediglich präziser auf die Eigenschaften des Produktes hin, das auch als Pergamentpapier zum Backen bezeichnet wird.

Gibt es einen Unterschied zwischen den begriffen Pergamenleder und Pergamenthaut?
Das kommt auf die Definition an. In fachlicher Hinsicht wird eine Tierhaut zum Leder durch das Prozedere des Gerbens. Pergamenthäute werden hingegen nicht gegerbt, sondern vor der Reinigung in einer Kalklösung aufbewahrt und anschließend gesäubert und getrocknet. Dennoch werden im Alltag die Begriffe Pergamenthaut und Pergamentleder häufig gleichbedeutend verwendet.

Wofür wird Pergamentpapier gebraucht?
Die Möglichkeiten der Verwendung sind sehr vielfältig und reichen von Bastelarbeiten bis hin zum Einsatz beim Kochen. Vor allem Pergamentpapier-Rezepte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil sich in dem Papier Nahrungsmittel besonders schonend zubereiten lassen und ihre Aromenvielfalt erhalten.

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