Nachhaltige Varianten des Trinkhalms im Vergleich

Welche Alternativen zum Plastikstrohhalm gibt es?

Ab dem 21. Juni 2021 gilt eine neue EU-Verordnung, die Einweggeschirr und Trinkhalme aus Plastik verbietet. Diese Neuregelung soll der zunehmenden Umweltverschmutzung entgegen steuern. Hintergrund des Verbotes sind die großen Mengen an Mikroplastik aus festen und unlöslichen synthetischen Polymeren. Sie entstehen durch den Zerfall des sogenannten oxo-abbaubaren Kunststoffs. Dieser Kunststoff zersetzt sich langsam, wird aber nie völlig abgebaut und hinterlässt kleinste Mikropartikel. Erheblich ist auch die große Zeitspanne, in der sich das Plastik in Kleinstteile auflöst - ein Plastikstrohhalm braucht dafür ganze 200 Jahre. Mikroplastik stellt einen erheblichen Schaden für die Ozeane, die Tierwelt und auch unsere Gesundheit dar.
Vor allem die Gastronomiebranche muss sich folglich neu orientieren und alternative Lösungen finden, um ihren Gästen wie gewohnt die Getränke mit Strohhalm zu servieren. Auf dem Markt gibt es bereits eine Auswahl einfallsreicher Möglichkeiten.
Als eine erste Option ist der flexible Trinkhalm aus Silikon zu nennen, welcher häufig in wiederverwendbaren To-Go-Bechern zu finden ist. Für Strohhalme aus Plastik/Kunststoff wurde zudem ein Pendant aus Bio-Kunststoff entwickelt, das aus nachwachsenden Stärkefasern besteht. Eine klassische Möglichkeit sind bekanntermaßen Modelle aus Glas, die praktisch und wiederverwendbar sind. Robustes Campinggeschirr ist häufig aus Metall/Edelstahl gefertigt - im selben Stil wurden unempfindliche Trinkhalme entworfen. Zu guter Letzt sind essbare Trinkhalme aus Pflanzenrohfasern im Trend, die mit Stil und Funktionalität ein umweltbewusstes Vorzeigeprodukt darstellen.

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Varianten

Silikon

Alternativprodukte aus Silikon sind in einer großen Auswahl an Farben und Mustern erhältlich und punkten durch ihre bruchsichere Beschaffenheit. Durch ihre weiche Struktur sind sie zweckmäßig und tauglich für Reisen. Problemlos können sie im Gepäck verstaut werden. Dennoch besitzt diese Variante auch negative Seiten. Das formbare Material ist nicht gänzlich geschmacksneutral und hat durch seine Flexibilität eine gewöhnungsbedürftige Konsistenz. Die Silikonhalme sind nach Gebrauch aufwendig in der Säuberung und ziehen schnell Staubpartikel an, die sich auf der Oberfläche sichtbar absetzen. Dadurch können die Halme schnell schmutzig wirken. Schlussendlich ist zu erwähnen, dass dieses Produkt nicht biologisch abbaubar ist und praktisch nicht recycelt wird.

Bio-Kunststoff

Trinkhalme aus Bio-Kunststoff erscheinen zunächst sehr umweltfreundlich. Die Herstellung durch einen nachwachsenden Rohstoff und eine vollständige Kompostierbarkeit sind klare Vorteile gegenüber herkömmlichem Plastik/Kunststoff. Doch auch wenn das Mundgefühl dem ursprünglichen Plastikhalm in nichts nachsteht, sollte ein wesentlicher Punkt bedacht werden. Die Bio-Trinkhalme sind zwar theoretisch komplett abbaubar, kommen nach dem Gebrauch aber trotzdem in den Restmüll und somit in die Müllverbrennungsanlage. Die Kompostierzeit der Halme liegt zudem deutlich über den vorgeschriebenen acht Wochen in der industriellen Kompostieranlage. Dadurch ist es schlussendlich gar nicht möglich, sie dort komplett zerfallen zu lassen. Zu guter Letzt werden die Halme plastikverpackt geliefert, was der nachhaltigen Vision eines Trinkhalms grundsätzlich widerspricht.

Metall oder Edelstahl

Wer Strohhalme aus Metall/Edelstahl wählt, kann sich gewöhnlich ein Leben lang auf die hochwertige und widerstandsfähige Beschaffenheit des Materials verlassen. Nach dem Gebrauch sind die Halme problemlos in der Spülmaschine zu reinigen und zeichnen sich durch absolute Bruchsicherheit aus. Diese Halme können somit problemlos auf Ausflüge und Reisen mitgenommen werden. Was sich jedoch als störender Faktor herausstellt, ist das leise Geräusch im Glas und an den Zähnen bei der Nutzung des Trinkhalms. Nicht jeder fühlt sich bei metallischen Geräuschen wohl. Erwähnenswert ist außerdem der deutliche Eigengeschmack des Trinkhalms. Getränke können hierdurch im Geschmack verändert werden. Zusätzlich ist der durchaus robuste Stil des Produktes zu erwähnen. Wer Getränke in zarten Gläsern oder gemütlichen Kakaotassen servieren möchte, hat mit diesem Trinkhalm nicht zwingend die passende Option gefunden.

Bambus

Bambus wächst zügig nach, ist vollständig kompostierbar und muss aufgrund seiner optimalen Faserstruktur nur geringfügig bearbeitet werden. Trinkhalme aus Bambus charakterisieren eine bruchsichere Variante und sollten dennoch kritisch bewertet werden. Der Nachhaltigkeitsaspekt des Produkts wird durch den notwendigen Import aus Indonesien geschmälert - weite Transportwege und schlechte Arbeitsbedingungen tragen nicht zum umweltbewussten und fairen Image des Produktes bei. Ausschlaggebend in der Kritik ist das leicht holzig-raue Mundgefühl mit Eigengeschmack und die kurze Nutzungsdauer des Strohhalms. Durch die aufwändige Reinigung und eine rasche Verfärbung durch Getränke sind die Halme nur schlecht wiederverwendbar.

Glas

Glastrinkhalme besitzen ein zeitloses und ansprechendes Design. Daher passen sie zu vielen Gelegenheiten. Die wiederverwendbare Variante ist spülmaschinenfest, geschmacksneutral und hygienisch. Doch trotz der positiven Aspekte gibt es bei diesem Produkt auch nachteilige Eigenschaften, die in Betracht gezogen werden sollten. Wie Edelstahl erzeugt die harte Oberfläche ein leicht klirrendes Geräusch an Geschirr und Zähnen. Trotz der guten Qualität sind die Trinkhalme am ehesten von allen Varianten anfällig dafür, in die Brüche zu gehen. Dadurch ist bei der Reinigung und dem Gebrauch eine besondere Vorsicht geboten.

Essbare Fruchtfasern

Eine besondere Option zur Verbesserung der Nachhaltigkeit ist der essbare Strohalm, der mit Blick auf die Umwelt einen großen Erfolg verzeichnet. Er kann nach dem Genuss des Getränkes gegessen werden und hat dabei einen leckeren Geschmack. Aus nachwachsenden Fruchtfasern hergestellt, punktet er mit Stabilität und Geschmacksneutralität während das Getränk genossen wird. Vorhandene Ressourcen werden effizient genutzt und auf unnötige Lieferwege wird verzichtet. Es lohnt sich, die Vorzüge dieser Möglichkeit im Folgenden genauer hervorzuheben.

Essbare Trinkhalme - Ø 6 mm - 22,5 cm lang (Schwarze Strohhalme)



Der essbare Trinkhalm von Wisefood - entwickelt mit Blick auf die Umwelt

Die Idee des essbaren Strohhalms ist eine bemerkenswerte Innovation, die 2017 aus der Grundüberlegung entstand, Apfeltrester weiterzuverwerten. Mit dem Ziel, Plastikverschmutzung zu verringern und dennoch keine Einbußen im Genusserlebnis zu haben, wurde der weltweit erste verzehrfertige Trinkhalm entwickelt. Der Strohhalm wird aus nachhaltigen Rohstoffen produziert. Dazu zählen z.B. Weizen oder Fruchtfasern. Durch die Nutzung regionaler Waren werden weite und umweltschädliche Transportwege vermieden. Hergestellt wird der Trinkhalm ausschließlich in Europa. Mit seinem hochwertigen Design kann er vielfältig genutzt und zu jeder Gelegenheit eingesetzt werden. Verfügbar ist der Trinkhalm in verschiedenen Größen und Durchmessern. Somit ist für jedes Getränk, wie z.B. ein Cocktail oder ein Milchshake, die optimale Größe wählbar. Der Genuss ist garantiert, denn der Halm gibt zunächst keinen Geschmack ab und hat eine stabile Struktur. Nach ungefähr 20 min wird das Material langsam weicher und kann somit verzehrt werden, wobei der Geschmack von einer leckeren, fruchtig-sauren Note gekennzeichnet ist. Die Trinkhalme können in verschiedenen Geschmacksrichtungen gewählt werden. Der essbare Strohhalm produziert keinen Müll und muss nicht aufwendig gereinigt werden. Damit werden Zeit und Ressourcen eingespart und die Umwelt wird nachhaltig entlastet. Der Trinkhalm von Wisefood ist somit eine optimale Variante, um Gäste mit Stil und umweltfreundlicher Kreativität zu beeindrucken.




Quellen zum Artikel:
https://www.welt.de/food/entdecken/article190303511/Die-besten-Mehrweg-Strohhalme-im-Test.html (07.02.2021)
https://www.stern.de/genuss/trinken/wiederverwendbare-strohhalme--8-alternativen-8815308.html (07.02.2021)
https://nachhaltig-sein.info/lebensweise/alternativen-plastik-strohhalm-vergleich-nachhaltigkeit (07.02.2021)

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