Cellophan

1. Wissenswertes über Cellophan als umweltfreundliches Verpackungsmaterial

Mit seiner Stabilität und Nassfestigkeit ist Plastik als Aufbewahrungsort und Verpackungsmaterial Papier klar überlegen. Gerade bei Lebensmitteln kommt es besonders auf Hygiene an. Die Verpackungsart entscheidet wesentlich über frischen Geschmack, appetitliches Aussehen und nicht zuletzt die Gesundheit.

Genügt eine Papierverpackung nicht, scheint es tatsächlich nur Plastik als preiswerte Alternative zu geben. Das ist außerdem bequem und billig. Existiert überhaupt eine Alternative zu Plastik als Verpackungsmaterial?

Sieh einmal genau hin! Einiges, was zunächst wie Plastik aussieht, erweist sich spätestens beim Anfassen als etwas anderes: nämlich Zellophan. Es wird Zeit, dass dieser vor mehr als 100 Jahren entwickelte Kunststoff wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein tritt, denn anders als übliche erdölbasierte Kunststoffe ist Zellophan biologisch abbaubar.

Entdecke Cellophanbeutel und Cellophanpapier als kompostierbare Alternative aus einem nachhaltigen Rohstoff. Erfahre mehr Wissenswertes über das faszinierende und umweltfreundliche Material.


2. Wer hat Cellophan erfunden?

Erfinder der Verpackungsfolie war der Chemiker Jacques Edwin Brandenberger, der 1908 in der Schweiz das Zellglas erfand und unter dem Markennamen „Cellophan“ anbot. Der Name setzt sich aus dem Rohstoff Cellulose sowie dem altgriechischen Wort „diaphanes“ für „durchsichtig“ zusammen. „Cellophan“ ist also keine parallele Materialbezeichnung für Cellulosehydrat, sondern eine Marke. Der Wortgebrauch als Synonym ist vergleichbar mit „Tempo“ für ein Papiertaschentuch oder „Tesa“ für ein Klebeband. Ist ein Produkt erfolgreich, stellen es bald weitere Hersteller her.


3. Wie wird Zellophan hergestellt?

Kurz gesagt besteht Zellophan aus Zellulosehydrat. Sein Ausgangsstoff Zellulose stammt aus den Zellwänden von Pflanzen, meistens Holz. Beim Herstellungsprozess entsteht Zellulosehydrat aus Chemiezellstoff (gewonnen aus einem Zellulosebrei), aus dem es mithilfe von Natronlauge und Schwefelkohlenstoff herausgelöst wird. Die dabei als Zwischenstufe anfallende dickflüssige Viskose wird gereinigt und mit Schwefelsäure behandelt, wobei das Material Zellulose herauskommt. Diese durchläuft nun als Folie mehrere Wasserbäder, um vor allem das im Herstellungsprozess aufgetretene Natriumsulfat zu beseitigen. Das letzte Bad spendet der Cellophanfolie als Weichmacher Glycerin, bevor sie auf gewärmten Walzen getrocknet und zu Rollen gewickelt wird. Passend zu ihrem späteren Verpackungszweck lassen sich Cellophanfolien zurechtschneiden, bedrucken und in Form kleben oder schweißen.


4. Welche Eigenschaften hat Zellophan?

Zellophan war eine der ersten hergestellten Kunststoffverpackungen für Lebensmittel. Das dünne, farblos-transparente und aufgrund seiner gewissen Steifigkeit bei Berührungen knisternde Cellophanmaterial verfügt über weitere typische Merkmale:

  • nur gering dehnbar und formbar
  • relativ starr beziehungsweise unelastisch
  • dicht gegen Sauerstoff
  • wasserdicht, aber durchlässig für Wasserdampf
  • langer Erhalt von Lebensmittelaromen
  • frei von gesundheitsschädlichem Bisphenol A (BPA), Schwermetallen und Weichmachern
  • hergestellt ohne Erdöl

Aus diesen Eigenschaften leiten sich für das auch als Zellglas bezeichnete Material besondere Vorzüge ab:

  • Da Cellophanfolie beständig gegen Flüssigkeiten ist, aber Wasserdampf entweichen lässt, bildet sich in Zellophan-Verpackungen kein Kondenswasser.
  • Wegen seiner geringen Zugfestigkeit und dem höheren Steifegrad sind Cellophanfolie, Cellophanpapier, Cellophanbeutel und Cellophantüten perfekt zur maschinellen Verpackung von Waren.
  • Cellophan Folie zeigt einen attraktiven Glanz und kaum Alterungsspuren.

Anders als Kunststofffolie ist Cellophanfolie brennbar, bildet beim Verbrennen Asche und riecht dabei wie das ihr ähnliche Papier. Folie aus Kunststoff hingegen schmilzt beziehungsweise schrumpft gleich nach dem Anzünden und riecht beißend.

Edelstahl Trinkhalm Set 10 Stk. (5 gerade mehrweg Strohhalme, 5 gebogene Strohhalme, 1 Bürste, 1 Jutebeutel)




5. Was für Verpackungsmaterialien aus Zellophan gibt es?

Zellophan erhältst du als Folie zur individuellen Cellophanierung sowie als sofort gebrauchsfertige Verpackungseinheiten:

  • Cellophanpapier von der Rolle
  • Cellophanbeutel
  • Cellophantüte

Als ergänzendes Verpackungselement ist Zellophan in Form von Lebensmitteletiketten zu haben. Der geruchs- und geschmacksneutrale Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist als Etikett ideal für sensible Lebensmittel wie beispielsweise Käselaibe. Das luftdurchlässige und dennoch die Aromen erhaltende Material hält Käse und andere Lebensmittel hygienisch frisch und bewahrt sie vor unerwünschtem Schwitzen oder gar Schimmel.

Das ist doch eine schöne Idee für die Kreation kulinarischer Köstlichkeiten als Geschenk aus der eigenen Küche! Du kannst dafür dein persönliches Logo entwerfen oder schreibst für den Beschenkten einfach das Rezept zum Nachmachen aufs Etikett.


6. Warum gerieten Zellophan- gegenüber Plastikverpackungen ins Hintertreffen?

Wie geschah es, dass die ab den 1950er-Jahren auftauchenden Kunststoffmaterialien die Cellophan Folien als Verpackungsmaterialien zunehmend verdrängten?

Es lag keineswegs bloß an der besseren Elastizität der neuen Kunststofffolien, dass Cellophanfolien immer mehr in Vergessenheit gerieten. Entscheidend für diese Entwicklung waren die im aufwendigeren Herstellungsprozess entsprechend höheren Produktionskosten des Cellulosehydrats. Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielten damals noch keine Rolle. Es zählte der niedrigere Herstellungspreis der Plastikverpackungen, der anschließend eine günstige Preiskalkulation ermöglichte. Der modernere Plastikkunststoff punktete mit seinem fortschrittlichen Image und stellte für Unternehmen in der Lebensmittelbranche einen Wettbewerbsvorteil dar. Wie hättest du dich damals verhalten?


7. Neue Karrierechancen für Cellophanverpackungen?

Inzwischen gewinnen Umweltschutz, Ressourcenschonung und damit verbunden Nachhaltigkeit rasant an Bedeutung. Ökologisch denken und handeln gilt vielen Menschen nicht länger nur als individueller Lebensstil, sondern sie erkennen ein solches Verhalten als absolut notwendig für unsere und die uns nachfolgenden Generationen – für eine weiterhin lebenswerte Zukunft. Da werden einst vordringliche Preisfragen zu einer dem Umweltschutz untergeordneten Bedeutungskategorie.

Nachwachsende natürliche Rohstoffe laufen weniger umweltfreundlichen Alternativen allmählich, aber beharrlich den Rang ab. Plastik beziehungsweise erdölbasierter Kunststoff sind vermehrt verpönt. Stattdessen entdecken viele Händler und auch Privatpersonen Zellophan als hervorragendes Verpackungsmaterial für Lebensmittel neu. Seine speziellen Eigenschaften relativieren übrigens ihren höheren Anschaffungspreis. Zellophan trägt in besonderem Maß zum Qualitätserhalt der darin verpackten Lebensmittel bei. Sie halten länger und helfen, das Wegwerfen von Lebensmitteln einzudämmen. Foodwaste ist bekanntlich ein weiteres ökonomisches wie ökologisches Übel.

Ein dicker Pluspunkt obendrein: Cellophanverpackungen sind kompostierbar beziehungsweise biologisch abbaubar. Zur Entsorgung stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen:

  • zum Verrotten in die Biotonne oder auf den Komposthaufen
  • zur Wiederaufbereitung ins Altpapier
  • zu Asche verbrennen

Beeindruckend, was für ein toller Kunststoff Cellophan ist, nicht war? Ein paar Fragen stellen sich aber noch:


1. Ist Cellophan nicht doch ein bisschen umweltschädlich?
Von seinen Materialeigenschaften her ist Zellophan umweltfreundlich und nachhaltig. Minuspunkte ergeben sich lediglich durch die in seiner Herstellung eingesetzten Chemikalien Natronlauge, Schwefelkohlenstoff und verdünnte Schwefelsäure. Hinzu kommt der zur aufwendigen Produktion benötigte höhere Energieverbrauch. Unterm Strich allerdings ergibt sich für Zellophan gegenüber den Plastikkunststoffen eine spürbar positivere Umweltbilanz.

Eins drauf setzt für die Cellophanherstellung verwendetes Holz aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft.


2. Ist Zellophan lebensmittelecht?
Traditionell ausschließlich aus Zellulose hergestelltes Zellophan ist lebensmittelecht. Trotzdem gibt es Varianten mit einer dünnen Plastikbeschichtung, zum Beispiel, um dessen Durchlässigkeit für Wasserdampf zu senken. Cellophantypische Materialeigenschaften wie die geringe Dehnbarkeit und das Knistern bleiben dabei oft erhalten. Möchtest du Produkte lebensmittelecht anbieten, achte am besten gezielt auf eine derartige Erwähnung des Verpackungsproduzenten. Berücksichtige außerdem, dass kunststoffbeschichtetes Zellophan nicht biologisch abbaubar ist.


3. Ist Cellophan Plastik oder Papier?
Kunststoff heißt nicht automatisch, dass etwas aus Plastik besteht. Vielmehr handelt es sich bei „Kunststoff“ lediglich um ein künstlich hergestelltes Material. Somit ist das unter dem Begriff „Cellophan“ bekanntere Cellulosehydrat aus Pflanzenrohstoff zwar ein Kunststoff-, jedoch nicht ein mit Erdöl gefertigtes Plastikmaterial. Eher zeigen sich beim Zellophan Gemeinsamkeiten mit Papier, welches gleichfalls zu einem großen Teil aus pflanzlicher Zellulose besteht. Zur Entsorgung gehört Zellophan deswegen ins Altpapier.

Einige Kommunen empfehlen dafür wiederum den Gelben Sack für Plastikmüll, da viele Verbraucher den Unterschied zwischen Plastik- und Zellophanmüll nicht erkennen. Auch ist lackiertes oder plastikbeschichtetes Zellophan für Laien schwer erkennbar. Hier sortiert der Abfallbewirtschaftungsbetrieb nach.


4. Besteht Frischhaltefolie aus Zellophan?
Bereits ihre weiche Beschaffenheit deutet darauf hin, dass Frischhaltefolie fast immer aus Plastikmaterial besteht. Überzeuge dich endgültig, indem du – vorsichtig – ein Stückchen Frischhaltefolie anzündest und ihm beim Schmelzen zusiehst. Wird die Folie wider Erwarten zu Asche, hast du es ausnahmsweise tatsächlich mit Zellophan zu tun.


5. Welche Verpackungsmaterialien sind in Zellophan erhältlich?
Dient Zellophan auch zum Verpacken anderer Verpackungsmaterialien? Der Einsatz des Zellulose-Kunststoffs beschränkt sich nicht bloß auf Lebensmittel. Reiche Verwendung findet er unter anderem in der Packpapierbranche im weitläufigeren Sinne, zum Beispiel bei Verlagen oder Herstellern von Schreibwaren wie Briefpapier, Briefhüllen und Karten. Ebenfalls häufig kommt Zellophan bei Kosmetikartikeln, Zigarettenschachteln und Kurzwaren zum Einsatz.


6. Weshalb Zellophan als Verpackungsmaterial so praktisch ist:
Das durchsichtige Material präsentiert seinen Inhalt auf den ersten Blick. Wer mag, gestaltet den Inhalt liebevoll zu einem kleinen Kunstwerk. Mit Blumen oder kleinen Spielwaren geht das besonders gut.



Quellen:
https://www.purenature.de/folien-und-beutel
https://www.bleher.com/de/lexikon/Cellophan-Folien/
https://www.lkgi.de/umwelt-bauen-und-entsorgung/abfall-und-entsorgung/abfall-abc-sobi/141-cellophan___zellglas
 

Weitere Ratgeber-Artikel von uns

Weizenkleie

Weizenkleie: Das gesunde Hausmittel gegen Verdauungsprobleme Lange wurden ihre positiven Eigenschaften verkannt und sie nur als Tierfutter eingesetzt. Seit Jahren erlebt die Weizenkleie jedoch einen Anstieg der Popularität und gilt... mehr lesen

Paraffinkerzen

1. Was ist Paraffin? Paraffin ist ein Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen (Alkanen). Es entsteht als Abfallprodukt in der Erdölindustrie bei der Vakuumdestillation von Schmierölschnitten. Auch beim Abbau von Braunkohle aus... mehr lesen

Einwegflaschen

Klimafreundliche und nachhaltige Alternativen zur Einwegflasche Obwohl mittlerweile hinlänglich bekannt ist, dass die Ökobilanz von Einwegflaschen im Vergleich zu Mehrwegflaschen sehr schlecht ausfällt, hat sich laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) der... mehr lesen

Wissenswertes über Pergament

Wissenswertes rund um das Material Pergament Pergament ist ein kostbares Produkt, das im alten Orient entwickelt wurde zum Zweck des Beschreibens. Es wird heute nur noch für besondere beziehungsweise spezielle... mehr lesen